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Saturday, November 7, 2009

So komplett unjapanisch

In Japan war ich überzeugt davon, dass ich niemals wieder irgendwo leben möchte, wo man nicht rund um die Uhr und überall Onigiri, Matcha Latte oder Mochi im nächsten Convenience Store kaufen kann. Überhaupt war ich davon überzeugt, dass ich nur mehr japanisch kochen will und habe noch in Tokio im Hotel bei Amazon nach japanischen Kochbüchern geschaut. Auch im Flugzeug habe ich mich ohne zu überlegen bei der Wahl zwischen japanischem und europäischem Bordmenü ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen für Letzteres entschieden. Und das obwohl ich sonst immer mindestens 10 Minuten überlegen muss, bis ich eine Entscheidung treffe.

Umso überraschter war ich dann selbst als ich, wieder zurück in Wien, plötzlich Lust auf Suppe verspürte - und zwar ganz und gar nicht japanisch, nämlich Linsensuppe. Also warf ich das Internet an, um mich auf die Suche nach Rezepten zu machen. Dazu muss ich sagen, dass ich Rezepte normalerweise eher als eine Art "Inspiration" sehe und so gut wie immer eigene Modifikationen mache. Das mag nicht immer eine gute Idee sein - vor allem beim Backen - aber so habe ich schon so manchen Zufallstreffer gelandet.

Die Suppe ist simpel und lebt meiner Meinung nach vor allem auch durch die Würze. Ich finde vor allem der Ingwer hat ihr noch einmal das "gewisse Etwas" gegeben, dass mir zuerst etwas gefehlt hat. Aber wer keinen Ingwer mag, kann sich natürlich auch mit anderen Gewürzen austoben.


Karotten-Linsen-Suppe

1 gr. Zwiebel
6 gr. Karotten, geschält und in Scheiben geschnitten
300g rote Linsen
1 EL Tomatenmark
2 EL Kokosöl
1l Gemüsebrühe
4 EL Orangensaft
Zimt
Muskat
Salz & Pfeffer
frisch geriebener Ingwer

Zwiebel in kleine Würfel schneiden und zusammen mit den Karotten einige Minuten in Öl anbraten. Linsen & Tomatenmark dazu und kurz umrühren.
Mit Gemüsebrühe aufgießen und frischen Ingwer hinzufügen. Ca. 20-30 Min. auf kleiner Flamme köcheln lassen. Gegen Ende die Gewürze hinzufügen.
Mit dem Pürierstab nach Geschmack leicht pürieren und Orangensaft hinzufügen.
Nach Geschmack nachwürzen.

Tipp: Nach Geschmack können auch noch Cocktailtomaten (siehe Bild) oder Getreide (z.B. Couscous, Bulgur, etc.) hinzugefügt werden.

Wednesday, February 18, 2009

Verborgene Schätze aus dem Vorrat

Vor kurzem saß ich planlos vor meiner Einkaufsliste am Esstisch und überlegte, was ich kochen sollte. Normalerweise kreisen immer mehrere Rezeptideen in meinem Kopf herum, die ich unbedingt einmal ausprobieren möchte und dann kann ich mich nicht entscheiden, was ich zuerst machen soll. Aber diesmal war es anders: nichts fühlte sich irgendwie perfekt an, nichts traf meine aktuelle Stimmung.

Also ging ich zu Plan B über: Ich fing an, meine Vorräte durchzugehen auf der Suche nach etwas, was sich potentiell gut einsetzen ließe. Und da wurde ich schnell fündig: rote Linsen.
Ich hatte schon total vergessen, dass ich sie überhaupt hatte und jetzt, wo ich sie quasi wiederentdeckt hatte, wollte ich sie unbedingt einsetzen.

Ich habe lange Zeit eigentlich gar keine Linsen gegessen. Ich habe damit immer die etwas abstoßenden Bilder auf irgendwelchen Konserven assoziiert, daher wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich damit näher zu beschäftigen.

Vor einiger Zeit habe ich jedoch herausgefunden, wie gesund Linsen eigentlich sind und war daraufhin fest entschlossen, sie in Zukunft mehr in meine Ernährung zu integrieren. Ich erinnere mich an Linsenbällchen, die pur etwas langweilig, aber in Tomatensuppe ganz ok geschmeckt hatten, aber die kulinarische Erfahrung war nicht prägend genug, um tatsächlich eine neue Ära einzuläuten.

Jetzt war ich auf jeden Fall fest entschlossen, den Linsen noch eine Chance zu geben und diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Dank meiner Freundin Flo, die mir zum Geburtstag mehr oder weniger die Basis-Ausrüstung für die indische Küche geschenkt hat, war es nicht einmal notwendig, sich noch in eine Supermarkt-Schlange zu werfen. Wer hätte gedacht, welche Schätze sich in so in den Vorräten verstecken.

Der einzige Nachteil ist, dass Linsensuppe zwar ausgezeichnet schmeckt, aber wie ein Goßteil der anderen Suppen hier, auf Fotos nicht gerade ein außergewöhnlich aufregendes Motiv hergibt. Aber ich hoffe, ihr werdet mir das verzeihen, wenn ihr sie einmal gekostet habt. Bei Flo hat es zumindest funktioniert.


Linsensuppe mit Kokosmilch

für 4 Personen

200 g rote Linsen
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Karotte
1 l Gemüsebrühe
300 ml Kokosmilch
1 TL Salz
1 TL Garam Masala
2-3 cm Ingwer
1 Lorbeerblatt
1 EL Pflanzenöl
1 TL Cumin
Saft 1 Limette
Pfeffer
Chilipulver

Zwiebel, Karotte und Knoblauch schälen und klein schneiden.
Das Pflanzenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Karotten kurz anbraten. Danach die roten Linsen, den Knoblauch und das Lorbeerblatt hinzufügen.
Nach ca. 2 Min. mit Brühe aufgießen und mit Garam Masala & Cumin würzen.
Ca. 15 Min. ohne Deckel unter mittlerer Hitze kochen lassen.
Dann die Kokosmilch hinzufügen und nochmal aufkochen. Limettensaft hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken.
Die Suppe mit dem Pürierstab je nach Geschmack mehr oder weniger fein pürieren.

Sunday, January 18, 2009

Auf den zweiten Blick

Ich weiß, ich weiß: das ist mein x-tes Suppenrezept hier und so mancher wird jetzt vermutlich müde gähnen und weiter klicken. Ich akzeptiere das und kann das sogar irgendwie verstehen. Aber glaubt mir, ihr verpasst trotzdem etwas.


In der letzten Woche habe ich ziemlich über die Strenge geschlagen. Leider nicht mit ausgefallenen, selbstgemachten Köstlichkeiten, die ich hier mit euch teilen könnte, sondern mit guter, simpler Schokolade. Deshalb habe ich am Wochenende die Notbremse gezogen und zum Ausgleich gab's Suppe und Salat zu Essen statt ursprünglich geplantem Kuchen und Pasta à la Jamie (ein Weihnachtsgeschenk von der Sisterella).

Als ich gestern beim Merkur an der Kassa meinen Wochendeinkauf auf dem Förderband ausbreitete, war ich fast selbst beeindruckt: Salat, Paprika, Zwiebel, Orangen, Sellerie ..... lauter gesunde Sachen. Für einen kurzen Augenblick glaubte ich sogar in den Augen der Kassiererin einen bewundernden Blick erkannt zu haben...

Und das führt mich auch schon zum kulinarischen Highlight des Wochenendes. Das Ergbenis lässt sich vielleicht nicht gerade sehen, aber kosten allemal.

Selleriecremesuppe

für 4 Personen

800 g Sellerieknolle
2 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Stange Porée (den weißen Teil)
2 EL Olivenöl
1 l Gemüsebrühe
4-5 EL Schlagobers (alternativ Crème Fraîche) (optional)
Salz & Pfeffer
Muskatnuss gerieben (optional)

Zwiebel und Porée klein schneiden und zusammen mit dem Knoblauch in Olivenöl unter mittlerer Hitze ca. 5 Min. anbraten.
Sellerie in kleine Würfel schneiden und zu Zwiebel & Co. hinzufügen. Das ganze einige Minuten braten bis der Sellerie leicht angebräunt ist.
Mit Gemüsebrühe aufgießen und ca. 35-40 Min. unter mittlerer Hitze köcheln lassen, bis der Sellerie weich ist.
Mit dem Stabmixer pürieren, Schlagobers hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Tipp: Die Suppe evtl. mit Kerbel garnieren, was mir leider nicht möglich war, da mein "Kräutergarten" meinen Schiurlaub leider nicht überlebt hat.

Friday, December 26, 2008

Goodbye my friend

Dieser Tage laufen Konversationen mit meinen Freunden in etwa wie folgt ab:

A: Hallo! Wie geht's?
B: Danke gut, solange ich nie wieder etwas essen muss. Es ist ein Wunder, dass ich noch nicht geplatzt bin...

Diese Zeile habe ich in in der ein oder anderen Form in den letzten 48 Stunden nur zu oft gehört. Und es geht mir nicht anders. Deshalb war Kochen heute nicht unbedingt eine meiner Top 3 Aktivitäten, die mir in den Sinn kamen. Doch nachdem alle Keks-Vorräte aufgebraucht und das einzige, was meine Küche auf die Schnelle zu bieten hatte, Knäckebrot und Tiefkühlpizza waren, musste ich mir etwas einfallen lassen.

Da entdeckte ich, dass ich noch Kürbis hatte, an dem ich kürzlich am Markt einfach nicht vorbeigehen konnte und der förmlich danach schrie, zu Suppe verarbeitet zu werden. Nachdem die Kürbissaison ja bald zu Ende geht, gehe ich davon aus, dass das meine letzte Kürbiscremesuppe für heuer sein wird. Ein trauriger Gedanke, denn sie gehört zu meinen absoluten Lieblingsgerichten.

Ich habe zahlreiche verschiedene Rezepte ausprobiert und immer wieder verfeinert und diese Version ist mein Favorit. Ich finde, vor allem die subtile Ingwer-Note gibt der Suppe das gewisse Etwas, man muss nur aufpassen, dass man es nicht zu gut damit meint. Ich habe die Suppe mit und ohne Kartoffel ausprobiert und muss sagen, dass es meiner Meinung nach kaum einen Unterschied macht, man kann sie also auch getrost weglassen, wenn man möchte.

Ich bin ein großer Fan von Hokkaidokürbissen, da man sie nicht schälen muss. Diesmal habe ich Hokkaido und Butternusskürbis gemischt, weil ich ein wenig varrieren wollte.



Kürbiscremesuppe

für 4 Personen

1 kg Kürbis (z.B. Hokkaido, Muskat, Butternuss)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Kartoffel (optional)
1 l Gemüsebrühe
1 EL Olivenöl
100 ml Schlagobers (Sahne)
etwas frisch geriebener Ingwer
1 Prise Zimt (optional)
1 Prise Muskat gerieben (optional)
Salz & Pfeffer
etwas Kürbiskernöl zum Garnieren (optional)


Kürbisse - wenn erforderlich - schälen(Hokkaidokürbisse müssen nicht geschält werden), entkernen und in mittelgroße Stücke schneiden.
Olivenöl in einem hohen Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Kürbis und die Kartoffel ansautieren. Mit dem Gemüsefond ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und aufkochen lassen.
Danach auf kleine Flamme zurückdrehen und ca.20 Min. kochen, bis das Gemüse weich ist.
Suppe fein pürieren und Obers unterrühren. Zimt, Muskat und Ingwer hinzufügen und evtl. Salz und Pfeffer abschmecken.
Suppe noch einmal kurz aufkochen und im Suppenteller anrichten.

Monday, December 1, 2008

Suppe und die Seele

In meiner Welt fällt jedes Gericht, dass man aus einer kleinen Schüssel essen kann in die Kategorie Seelenbalsam. Ich kann nicht erklären, was es genau damit auf sich hat und woher dieseAssoziation kommt, aber Fakt ist: Wenn ich einen richtig harten Tag hinter oder vor mir habe oder aus einem anderen Grund mein emotionales Gleichgewicht wiederhergestellt werden muss, dann koche ich etwas, das ich aus einer Müslischüssel essen kann. Damit kuschle ich mich dann auf mein Sofa und blättere, während ich mein Essen löffle, eine Zeitschrift durch.
Zur Zeit stehen Suppen bei mir sehr hoch im Kurs. Für kalte Wintertage kann ich mir einfach nichts besseres vorstellen: nicht zu schwer, damit noch genug Platz für die Weihnachtskekse, die man den ganzen Tag über nebenbei nascht, übrig bleibt, aber trotzdem eine warme Mahlzeit.

Nach einer längeren Phase mit Kürbissuppe, habe ich vor kurzem wieder ein anderes meiner absoluten Lieblingsrezepte ausgegraben. Es stammt aus einem meiner absoluten Lieblingskochbücher und ist eines der wenigen Rezepte, dass, seit ich es das erste Mal gekocht habe, immer wieder zum Einsatz gekommen ist.Ich liebe diese Suppe vor allem deshalb, weil sie cremig und ergiebig ist, aber trotzdem ohne Kalorienbomben wie Obers oder Crème Fraiche auskommt. Es erfordert wie alle Rezepte von Rose Cararrini keine endlos lange Liste an ausgefallenen Zutaten, sondern ist einerseits simpel und dennoch keineswegs langweilig.

Fisolensuppe mit Mandeln (Green Bean and Almond Soup)
aus Breakfast, Lunch, Tea von Rose Carrarini

Für 4 bis 6 Personen:

4 EL Olivenöl
2 Zwiebel (geschält und gewürfelt)
2 Stangen Sellerie (gewürfelt)
1 Knoblauchzehe
2 Karotten (geschält und geschnitten)
1 Knochblauchzehe (zerdrückt)
500g Fisolen (grüne Bohnen)
1l Gemüsebrühe (oder Wasser)
100g Mandeln gemahlen
Meersalz, frisch geriebener Pfeffer

Die Fisolen waschen und die Enden wegschneiden.
Das Öl in einem Suppentopf erhitzen und Zwiebel, Sellerie, Knoblauch und Karotten bei mittlerer Hitze dünsten, bis das Gemüse weich wird. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Fisolen hinzufügen und etwa 5 Minuten dünsten und dabei umrühren.
Die Gemüsebrühe (oder Wasser) hinzufügen und ca. 30 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
Danach die geriebenen Mandeln hinzufügen, gut umrühren und etwas abkühlen lassen.
Die Suppe mit dem Pürierstab oder einer Küchenmaschine pürieren. Wenn die Suppe zu dickflüssig ist, ein wenig Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen. Nach Bedarf ein wenig nachwürzen.